im horizont
essays und notizen zur gegenwart
essays und notizen zur gegenwart
Wirklichkeit verändert sich nicht erst dann, wenn Fakten verschwinden.
Sondern wenn Menschen beginnen, dieselben Ereignisse in unterschiedlichen Wirklichkeiten zu erleben.
im horizont versammelt Essays, Notizen und Fragmente über Öffentlichkeit, Wahrnehmung, digitale Milieus, Wahrheit, KI -
und die Frage, was eine gemeinsame Welt heute noch zusammenhält.
An einem Abend im Herbst sitzt eine kleine Runde am Küchentisch. Das Gespräch kommt auf ein politisches Thema – zunächst beiläufig, dann ernster. Jemand nennt eine Zahl, verweist auf eine Studie. Ein anderer greift zum Smartphone, liest aus einem Artikel vor. Zwei Minuten später liegen drei Quellen auf dem Tisch – und drei unterschiedliche Deutungen desselben Sachverhalts.
Niemand liegt offensichtlich falsch, und doch wird man sich nicht einig.
Digitale Kommunikation verbindet Menschen permanent miteinander. Gleichzeitig entstehen Wirklichkeitsräume, in denen Informationen vor allem das bestätigen, was bereits plausibel erscheint.
Der Essay untersucht, wie digitale Milieus Wahrnehmung verändern, warum die Fähigkeit zur Außenperspektive schwindet – und weshalb Demokratien nicht nur gemeinsame Fakten, sondern gemeinsame Erfahrungsräume brauchen.
Wie Öffentlichkeit in Wirklichkeitsräume zerfällt.
Warum Plausibilität wichtiger wird als Überprüfbarkeit.
Über die Schwierigkeit, den eigenen Wirklichkeitsraum noch zu verlassen.
Unfertige Gedanken.
Sätze, Skizzen, kleine Verdichtungen.
Öffentlichkeit verschwindet nicht.
Sie zerfällt in gleichzeitig existierende Gegenwarten.