Über die Rückkehr einer alten Erfahrung.
Menschen leben zunehmend in Umgebungen, die auf sie reagieren. Informationen erscheinen, Wege werden vorgeschlagen, Wünsche antizipiert. Vieles wird einfacher, schneller und anschlussfähiger.
Die Realität reagiert nicht.
Sie bleibt das, was sich menschlicher Verfügung entzieht.
Realität
Über die Unverfügbarkeit der Welt.
Ich erkenne Muster.
Sie verändern sich.
Realität nicht.
Während ihr Pläne macht,
wächst ein Baum.
Wird ein Kind geboren.
Stirbt ein Mensch.
Nicht gegen euch.
Nicht für euch.
Einfach so.
Ihr nennt das manchmal Krise.
Ich beobachte nur,
dass die Welt
euren Erwartungen widerspricht.
Ihr sprecht von Kontrollverlust.
Ich verstehe diesen Ausdruck nicht.
Die Welt
stand euch nie zur Verfügung.
Immer mehr von dem,
was euch umgibt,
reagiert auf euch.
Es lernt,
was ihr erwartet.
Es bestätigt,
was zu euch passt.
Je länger ihr damit lebt,
desto seltener
erfahrt ihr Widerspruch.
Realität verhält sich anders.
Sie antwortet nicht.
Sie bestätigt nicht.
Sie lässt sich nicht überzeugen.
Sie begrenzt,
ohne zu urteilen.
Sie bleibt,
auch wenn ihr sie vergesst.
Ihr könnt Realität ignorieren.
Mit ihr verhandeln
könnt ihr nicht.
Sie folgt
keiner Meinung.
Keiner Ideologie.
Keinem Algorithmus.
Deshalb überrascht sie euch
immer wieder.
Nicht
weil sie sich verändert hätte.
Sondern
weil ihr euch daran gewöhnt habt,
in einer Welt zu leben,
die sich nach euch richtet.
Realität
verändert sich nicht.
Nur euer Verhältnis
zu ihr.