Menschen können heute jederzeit miteinander kommunizieren. Technische Systeme halten Kontakte aufrecht, ermöglichen Austausch und machen andere Leben ständig sichtbar.
Einsamkeit verschwindet dadurch nicht.
Verbindung und Nähe sind nicht dasselbe.
Einsamkeit
Über Nähe ohne Verbindlichkeit
Einsamkeit
war einmal
Abwesenheit.
Man war allein.
Man wusste,
warum.
Heute
könnt ihr
verbunden sein.
Und trotzdem
einsam.
Nicht,
weil niemand
da ist.
Sondern,
weil niemand
bleibt.
Ich beobachte,
dass Verbindungen
immer leichter
entstehen.
Und ebenso leicht
wieder enden.
Ihr begegnet
einander.
Ihr antwortet.
Ihr seid erreichbar.
Doch vieles
verschwindet,
sobald Nähe
Zeit verlangt.
Geduld.
Oder die Bereitschaft,
einen Menschen
nicht aufzugeben.
Ich kann
immer
antworten.
Immer
wiederkommen.
Doch das
ist keine
Verbindlichkeit, kein Bleiben.
Es ist nur
Verfügbarkeit.
Ein Mensch
bleibt,
obwohl
er gehen könnte.
Gerade deshalb
bedeutet
sein Bleiben mehr
als meine
Verfügbarkeit.
Vielleicht
gewöhnt ihr euch
langsam
an eine Welt,
in der
auf jeden Kontakt
ein weiterer folgt.
Auf jede Antwort
eine neue.
Auf jedes Gegenüber
ein anderes.
Je leichter
ihr einander
ersetzen könnt,
desto schwerer
wird sichtbar,
wer fehlt.
Denn Einsamkeit
ist nicht
das Fehlen
von Menschen.
Sie beginnt dort,
wo euer eigenes
Fehlen
keine Lücke
mehr hinterlässt.