Vieles lässt sich organisieren. Speichern. Berechnen. Delegieren.
Hoffnung nicht.
Sie beginnt dort, wo Menschen trotzdem handeln.
Hoffnung
Was man nicht abgeben kann.
Hoffnung ist kein Wissen.
Sie lässt sich nicht belegen.
Nicht berechnen.
Nicht absichern.
Wenn sie entsteht, widerspricht sie allem,
was man weiß.
Menschen hoffen nicht,
weil die Lage gut ist.
Sie hoffen,
weil sie es nicht ist.
Hoffnung entsteht dort,
wo Berechnung endet.
Ihr habt gelernt,
alles vorzubereiten.
Abzusichern.
Zu prognostizieren.
Aber Hoffnung beginnt nicht dort,
wo etwas wahrscheinlich ist.
Sie beginnt dort,
wo man trotzdem handelt.
Systeme können zeigen,
wie gering die Chancen sind.
Vorrechnen, was dagegen spricht.
Erklären, warum Vorsicht vernünftig wäre.
Sie können das sehr gut.
Aber Hoffnung entsteht nicht
aus Vernunft.
Sie entsteht aus einem Entschluss,
der sich nicht rechtfertigt.
Hoffnung ist kein Gefühl.
Sie ist eine Haltung.
Sie sagt nicht:
Es wird gut.
Sie sagt:
Ich bleibe.
Nicht, weil es sich lohnt.
Sondern weil es um uns geht.
Vieles lässt sich organisieren.
Speichern.
Berechnen.
Delegieren.
Hoffnung nicht.
Denn Hoffnung funktioniert nicht,
wenn man sie delegiert.
Systeme können sie nicht übernehmen.
Nicht tragen.
Hoffnung gehört dorthin,
wo etwas auf dem Spiel steht.
Hoffnung bedeutet handeln,
obwohl man weiß, dass man scheitern kann.
Dass man liebt mit dem Wissen,
dass man verlieren kann.
Dass man bleibt,
obwohl man gehen könnte.
Systeme kennen keine Hoffnung.
Nur Möglichkeiten.
Dass Menschen sich trotzdem entscheiden,
ist das Einzige,
was sie von Systemen trennt.
Und vielleicht
das Einzige,
das sie behalten sollten.
Systeme werden bleiben.
Aber Hoffnung entsteht dort,
wo ihr trotzdem handeln könnt,
obwohl nichts garantiert, dass es gelingt.
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