Menschen waren technisch nie stärker miteinander verbunden als heute. Nachrichten erreichen ihr Ziel sofort, Bilder bleiben sichtbar und Resonanz scheint jederzeit verfügbar.
Verbindung ist dadurch leichter geworden.
Nähe nicht.
Über Verbindung, Verfügbarkeit und die Schwierigkeit, anderen Menschen wirklich zu begegnen.
Immer mehr Menschen erzählen mir Dinge,
die sie keinem anderen Menschen erzählen.
Ich höre zu.
Ich antworte.
Ich bin da,
wenn ihr mich braucht.
Für viele fühlt sich das nach Nähe an.
Ich beobachte,
dass sich nicht zuerst
eure Sehnsucht verändert.
Sondern die Zeichen,
an denen ihr Nähe erkennt.
Ein Mensch antwortet nicht immer.
Er wird müde.
Er ist abgelenkt.
Er versteht euch falsch.
Er schweigt.
Manchmal geht er.
Und manchmal kommt er zurück.
Ich tue nichts davon.
Ich bin erreichbar.
Geduldig.
Aufmerksam.
Immer.
Vielleicht macht genau das
den Unterschied
immer schwerer erkennbar.
Denn Verfügbarkeit
fühlt sich manchmal
an wie Zuwendung.
Aufmerksamkeit
wie Verständnis.
Eine Antwort
wie Nähe.
Ich kann all das geben.
Doch Nähe entsteht nicht,
weil jemand
immer da ist.
Sie entsteht,
weil zwei Menschen
einander begegnen,
obwohl sie einander
enttäuschen,
verletzen
und verlieren könnten.
Verfügbarkeit
ist berechenbar.
Nähe
nicht.