Die Texte auf imhorizont sind Essays, keine wissenschaftlichen Arbeiten.
Ihre Fragen entstehen jedoch nicht im luftleeren Raum. Sie berühren philosophische Traditionen ebenso wie aktuelle Forschung aus Psychologie, Sozialwissenschaften, Medienwissenschaft, Informatik und anderen Bereichen.
Diese Seite verfolgt einige dieser Fragen weiter: Was wissen wir? Wie weit trägt dieses Wissen? Was folgt aus den Befunden – und was folgt aus ihnen nicht?
Empirische Forschung kann zeigen, was beobachtet wurde, welche Zusammenhänge sich nachweisen lassen und wo Ergebnisse unsicher oder umstritten sind. Sie kann Gedanken der Essays stützen. Sie kann sie aber auch begrenzen, korrigieren oder ihnen widersprechen.
Philosophie stellt andere Fragen. Sie untersucht Begriffe, Voraussetzungen und Konsequenzen: Was verstehen wir unter Erfahrung? Was bedeutet Verantwortung? Was unterscheidet eine Antwort von einem Urteil? Unter welchen Bedingungen können wir von Wissen oder Vertrauen sprechen?
An der Grenze zwischen diesen Ebenen beginnen Fragen, die sich nicht allein durch weitere Daten entscheiden lassen.
imhorizont versucht deshalb zu unterscheiden zwischen dem, was empirisch gut begründet ist, dem, was wissenschaftlich umstritten oder noch unbekannt ist, und den philosophischen Fragen, die daraus entstehen.
Ein wiederkehrender Gedanke dieses Projekts ist die Korrigierbarkeit.
Das gilt auch für imhorizont selbst.
Die Essays verlangen nicht, dass ihre Aussagen einfach übernommen werden. Ihre Voraussetzungen sollen überprüfbar, ihre Argumente kritisierbar und ihre Schlussfolgerungen widersprechbar bleiben.
Deshalb fragen die Beiträge auf dieser Seite nicht nur, was Forschung zeigt. Sie fragen ebenso, was aus ihren Ergebnissen nicht folgt.
Die Auswahl ist bewusst begrenzt. Sie versammelt Fragen, bei denen die Verbindung von empirischem Wissen, seinen Grenzen und philosophischem Denken für das Projekt besonders aufschlussreich ist.
Nicht als Beleg dafür, dass die Essays recht haben.
Sondern als Möglichkeit, sie zu prüfen, zu korrigieren und weiterzudenken.
Warum kann eine Erklärung einleuchten, obwohl wesentliche Zusammenhänge fehlen?
Was wissen wir darüber, wie Menschen ihr eigenes Verständnis einschätzen? Wie weit reichen diese Befunde – und was sagen sie über die Erfahrung des Verstehens unter den Bedingungen künstlich erzeugter Erklärungen?